SCTOe - der freundliche Segelverein an der Unterelbe
Elbsegeln für Schlickrutscher
Die Elbe kann auf verschiedene Weise
befahren werden - abhängig von Bootsgröße,
Tiefgang sowie Kenntnissen und Interessen der Mannschaft. Diese
Beschreibung ist aus der Sicht des ruheliebenden Seglers mit
kleinem Boot und variablen Tiefgang verfasst, das in alle Häfen kann. Sie ist bei größerem
Tiefgang eher ungeeignet.
Es wird ausschließlich die Meinung des Autors wiedergegeben.
Die Beschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit;
jegliche Haftung wird ausgeschlossen.
Tidenkalender
Ohne ihn geht es eigentlich nicht.
Nicht nur für die Frage: "Wann habe ich Schiebestrom?".
Sondern auch "Wann komme ich wieder aus dem Hafen?", da viele
schöne Häfen trockenfallen.
Segeln gegen den Strom geht, wenn der
Wind eher schiebt (achterlicher als halb). Kreuzen gegen den Strom
ist mühsam. Da die Elbe aber ihre Richtung wechselt (mehr
westlich bis Wedel, dann eher nordwestlich usw.) hat man oft Glück,
ein "langes Bein" zu haben und doch ganz gut voran zu kommen.
Trotzdem versuchen die meisten Segler "Schiebestrom" oder
"mitlaufende Tide" zu haben.
Wind gegen Strom
Diese Situation hat man immer, wenn man
mit Schiebestrom kreuzen muss. Leider hat diese Konstellation den
Nachteil, dass die Welle deutlich höher und die Periode kürzer
ausfällt, als es ohne Strömung der Fall wäre. Ab 4-5
Windstärken wird es auf kleinen Booten schon unangenehm und die
Gischt spritz bis nach hinten in die Plicht. Durch die kurze Welle
"stampft das Boot sich fest" und man kommt nur noch langsam
seinem Ziel näher. Da die Strömung aber nicht über die
ganze Flussbreite gleich stark ist, kann man sich etwas ruhigere
Teile suchen und z.B. das Fahrwasser meiden.
Großschiffahrt - Dampferschwell
Großschifffahrt fährt im
Fahrwasser und hat IMMER Wegerecht. Die Dampfer sind
oft schneller als man denkt. Daher sollten Ausweichmanöver
rechtzeitig ausgeführt werden. Ausguck unbedingt auch nach
hinten halten! Wer aber weiß, wie das Fahrwasser läuft,
kann einkalkulieren, dass die Großschifffahrt aus dem
vermeidlichen Kollisionskurs abdreht.
Schwell kann kleinen Booten unangenehm
bis gefährlich werden. Man sollte genug Abstand zu Tonnen und
Ufer haben, wenn der Schwell einen erreicht. Im Zweifel lieber den
Motor starten und mit dem Bug dagegen laufen. Im flachen Wasser kann
der Schwell sich brechen und wenn man Pech hat, auch ins Boot
einsteigen. Daher möglichst nie in Fahrwassernähe
trockenfallen bzw. aufsitzen.
Starkwind und Sturm
Starkwindwarnungen sollte man
grundsätzlich ernst nehmen. Bei Wetter wie auf dem Bild wird
wohl hoffentlich niemand mehr auslaufen. Bei Gewittern entwickelt
sich aber manchmal sehr schnell eine ähnliche See durch "Wind
gegen Strom". Tipps zu geben ist schwer. Gegebenenfalls würde
ich nur mit Sturmfock ablaufen, wenn vorher Anlegen nicht mehr
klappt.
Häfen mit Siel
Die Siele dienen der Entwässerung
des Hinterlandes und führen das Wasser von Regenfällen in
die Elbe ab. Sie sind in vielen Häfen zu finden. Um die
Niedrigwasserzeit herum werden sie geöffnet ( manuell oder auch
durch den Wasserstandsunterschied Binnen und Elbe). Die Folge: es
gibt Strömung im Hafen! Dies kann beim Anlegen zu unangenehmen
Überraschungen führen und das Manöver zu einem kleinen
Abenteuer werden lassen. Bei den folgenden Hafenbeschreibungen wird
es extra erwähnt. Man spricht auch von "Spülen".
Häfen "am Fluss"
Einige Häfen liegen direkt im
fließenden Wasser von Nebenflüssen. Hier strömt es
ständig, wechselt aber die Strömungsrichtung mit den
Gezeiten. Anlegen sollte man hier immer gegen den Strom. Vorleine und
Achterspring sollten klar sein. Hilfe von Land ist immer willkommen.
Festmachen mit Vor- und Achterspring sowie Vor- und Achterleine, weil
der Strom ja die Richtung wechselt. Pinne festbinden, da bei Strom
von hinten das Ruder sonst rumschlägt.
Dockhäfen
Diese Häfen sind durch ein
(Schleusen)Tor von den Tiden der Elbe getrennt. So hat man im Hafen
immer tiefes Wasser und fällt nicht trocken. Das Tor wird ca. 2
Stunden vor Hochwasser geöffnet und zur Hochwasserzeit wieder
geschlossen. Also nicht verpassen! Bei Wochenendtörns die elbab
führen ist das eher hinderlich, da man gegen Niedrigwasser
ankommt und am nächsten Tag auch wieder los muss. Es gibt aber
in der Regel einen Warteschlengel "draussen".
Häfen und Ankerplätze
Mühlenberg
Offiziell: Jollenhafen Mühlenberg.
Hier liegen einige Vereinsmitglieder
mit ihren Booten. Der Hafen hat einen Ost- und einen Westteil. Vor
der Einfahrt läuft starker Querstrom - reinsegeln geht
aber, da die Einfahrt recht breit ist. Man muss auf die
"Stromluv"-Seite vorhalten. Dampferschwell sorgt für
gelegentliche Strömung im Hafen, dann ist Anlegen etwas
schwieriger. Die Pinne sollte über Nacht festgebunden werden.
Klo und Dusche sind einfach. Abends ist es ruhig, da fast alle
nach Hause fahren.
Blankenese
Este
An
der Südseite des Mühlenberger Lochs gelegen. Die
Einfahrt macht einen wenig schönen Eindruck. Nach passieren
der Sietas-Werft wird es aber netter. Eigene Erfahrungen von der
Este habe ich nicht. Sie ist einfach "zu Nah" an Mühlenberg.
Hahnöver
Nebenelbe
Hier
gibt es viele Ankerplätze. Vorzugsweise dicht an der
langgestreckten Insel, die aus Schweinesand, Nesssand und
Hanskalbsand besteht. Man fällt aber trocken, wenn man dicht
ran geht. Bei Niedrigwasser hat man auf dem Ostende manchmal
Schwierigkeiten das Fahrwasser zu finden, auch mit flachgehenden
Booten. Dann hilft nur warten. Bei Hanskalbsand (Westende) kann
man auch auf die Insel. Allerdings ist es hier durch Motorboote
oft unruhig.
Neuenschleuse/Borstel
(Sielhafen)
Hinter
Hanskalbsand an der Hahnöver Nebenelbe gelegen. Der Hafen ist
bis auf gelegentliches Gebrumm von Motorbooten (Wasserski) relativ
ruhig. Vor der Einfahrt läuft starker Querstrom und
Dampferschwell macht das Einlaufen auch nicht einfach. Also
möglichst mit viel Fahrt einlaufen, aber drin abbremsen, da
der Hafen eng ist. Dies ist auch beim Anlaufen der Boxen zu
beachten. Geradeaus von der Einfahrt ist es einfacher und durch
das Siel auch etwas tiefer. In den Boxen fällt man trocken.
Klo und Duschen im Containerturm - Neubau hinter dem Deich ist
in Vorbereitung. Einkaufsmöglichkeit ist weit weg. Kneipe ist
näher.
Hamburger
Yachthafen (Wedel)
Sehr großer Hafen mit zwei Einfahrten. Auch hier läuft
Querstrom. Wegen vieler Boote ist hier am Wochenende auch immer
viel Betrieb und Unruhe. Anfang September ist Hafenfest mit
"maritimen Flohmarkt". Willkommene Gelegenheit fehlende
Ausrüstung preiswert zu ergänzen oder nicht gebrauchtes
los zu werden. Einzige Tankstelle auf dem Wasser an der Elbe.
Einkaufsmöglichkeiten sind weit, Kneipe ist im Hafen. Für
kleine Unterwasserreparaturen gibt es ein Trockenfallgestell. Bei
Hochwasser reingefahren hat man bei Niedrigwasser Gelegenheit zu
arbeiten. Geht aber nur mit flachen Booten.
Lühe
Auf der Südseite, kurz hinter
Wedel. Die Brücke öffnet, soweit ich weiß nur zur
vollen Stunde. Letzte Öffnung ist um 18 Uhr (oder war es
19?). Anlegemöglichkeiten "am Fluß", soweit ich
erinnere sowohl links als auch rechts relativ dicht hinter der
Brücke. Die Strömung sollte man beim Anlegen unbedingt
beachten. Man darf nicht im Päckchen liegen, da der
Touristendampfer sonst Probleme hat, durchzukommen. Vorn an der
Elbe gibt es einen Platz für Wohnmobile, Würstchenbuden
und Motorräder. Wie es drinnen ist, weiß ich nicht
genau, da es lange her ist, dass ich da war.
Lühesander Nebenelbe
Hetlingen
Neben
dem hohen Mast der Hochspannungsleitung im Vorland. Schwell der
Elbe läuft rein, sonst ist es recht ruhig. Ich war nur mal
zum Kaffeetrinken drin und habe keine Erfahrung.
Haseldorf
(Sielhafen)
Anlaufen
durch das Dwarsloch oder durch die haseldorfer Binnenelbe. Ein
Prikkenweg führt in den trockfallenden Hafen. Vorsicht, der
Strom setzt am Anfang und drinnen kurz vor dem Hafen quer zu den
Prikken - hier vorhalten, sonst nimmt man die Prikke mit. Wer in
die Boxen rechts im Bild will, sollte ALLE Prikken beachten. Die
Zufahrt ist erst kurz vor dem am Kopfschlengel liegenden Booten
möglich. Nicht schräg versuchen - da hat schon mancher
eine Nacht gesessen.
Ruhig
ist es in Haseldorf nicht immer, da Motorboot- und Motorradfahrer
den Hafen für sich entdeckt haben. Schafe vom Deich wecken
auch manchmal früh. Klo und Dusche im Strohdachhaus hinter
dem Deich. Kneipe nach etwas Fußmarsch im Dorf, dann rechts.
Andere Einkaufsmöglichkeiten sind knapp.
Dwarsloch und
haseldorfer Binnenelbe
Hier
sind viele geschützte Ankerplätze hinter Inseln und
Sandbänken. Für jede Windrichtung findet sich etwas.
Allein ist man, besonders am Wochenende, aber nicht. Rasende
Motorboote sorgen für Schwell.
Wer
bei wenig Wasser von der Elbe ins Dwarsloch fährt, sollte
sich dicht vor den Stacks halten und der Biegung folgen, die
andere Seite ist flach. In der Binnenelbe an die Prikken halten
und die Regel "Außenkurve ist tief, Innenkurve ist flach"
beachten. Neulinge sollten die Seekarte benutzen. Mit Kielbooten
kann es Probleme geben, da der Grund nicht immer weich genug zum
Einsinken ist.
Meine
schönsten Lieblingsankerplätze verrate ich aber nicht
hier im Internet
Stadersand
Der Anleger in der Elbe ist nur der Berufsschifffahrt vorbehalten.
Sportboote müssen ein Stück in die Schwinge fahren, da
auch das Anlegen an der Spundwand direkt an der Flussmündung
verboten ist. Der Sportboothafen Stadersand liegt gleich hinter
dem Sperrwerk "am Fluß". An den Schlengeln oberhalb der
Hallen kann man längsseits festmachen. Die Päckchen
dürfen aber wegen der Touristendampfer nicht zu breit sein.
Es gibt auch Boxenplätze, dort läuft der Strom quer.
Kurz nach Niedrigwasser ist die Strömung stark.
Sanitäranlagen sind einfach, Wege nach Stade (zum Einkauf)
weit. Am Anleger an der Elbe hat wieder eine Kneipe eröffnet.
Die ist aber auch nur mit etwas Fußweg erreichbar.
Schwinge und Stade
Auf den Weg die Schwinge flussauf
nach Stade gibt es drei Brücken: Am Sperrwerk, die Werksbahn
und die Straßenbrücke. Sperrwerk und Bahnbrücke
liegen kurz hintereinander und sind an Wochenenden meist offen.
Die Straßenbrücke hat Warteschlengel. An denen ist es
aber etwas flach.
Häfen gibt es noch bei Symfonie
und einige andere Anlegemöglichkeiten, bis man im stader
Stadthafen ist. In Stade liegt man im Päckchen. Es gibt alle
Versorgungsmöglichkeiten. Durch die Straße direkt am
Hafen und die vielen Boote hat man aber eher wenig Ruhe.
Pagensander Nebelelbe
Die Elbinsel Pagensand hat am Nord- und Südende je einen
kleinem roten Leuchtturm. Der nördliche steht am Ende eines
langen Leitdammes. Zwischen Turm und Insel sollte man auf keinen
Fall durchfahren, auch wenn es verlockend erscheint. An der
Nebenelbe liegen der Hafen Kollmar sowie die Mündungen von
Pinnau und Krückau. Am Südende der Insel ist ein
beliebter Ankerplatz, hier kann man auch an Land. Der Anleger ist
aber nur für Behördenfahzeuge. Aber auch weiter nördlich
lässt sich ein Platz finden.
Pinnau
Geht bis Pinneberg. Die
Sperrwerksbrücke öffnet für Segler. Ein Stück
hinter der Einfahrt liegt ein ruhiger Dockhafen mit
Warteschlengel. Weiter drin gibt es noch den Ort Hinterdeich -
auch sehr ruhig. Dann kommt eine Drehbrücke. Ob und wann die
öffnet, weiß ich nicht.
Krückau
Sperrwerk und Dockhafen wie in der Pinnau. Man kann bis Elmshorn
segeln, wenn der Wind passt.
Kollmar
Sehr
offen und den Schwell der Elbe ausgesetzt, wenn das Wasser hoch
genug ist, um über den Pagensand-Leitdamm zu kommen. Stark
frequentierter Badestrand in der Nähe. Würstchenbude und
Kneipe sind vorhanden. Ob die noch offen ist, weiß ich
nicht, in Kollmar lege ich selten an. Auf Gastlieger ist man hier
nicht eingerichtet.
Schwarztonnensand
Von Hamburg kommend trennt eine
Sandbank die Nebenelbe vom Hauptstrom. Mit einem flachgehenden
Boot kommt man bei mittlerem Wasserstand durch, es gibt aber
keinen ausgeprikkten Weg. Besser also bei auflaufendem Wasser
probieren, da man sonst das Pech haben kann, im Dampferschwell
aufzusitzen.
An der Nordseite (beim Ruthenstrom
vorbei) ist es leichter. Der Weg verläuft mehr an der
Festlandsseite. Es gibt Prikken, die aber nicht alle ganz
zuverlässig sind. Ist man an der Inselspitze vorbei, wird es
wieder tiefer. Ankern ist hier recht ruhig. Wenn stärkerer
Nordwestwind aufkommt, kann es aber unangenehm werden, da dann
kein Landschutz gegeben ist.
Ruthenstrom (im
Fluss)
Das
Anlaufen ist für "Dickschiff-Eigner" angstbesetzt. Hier
ist sehr viel Ruhe. Nur Wiesen, Weiden und Kühe. Die machen
auch manchmal Lärm und sorgen hin und wieder für
"würzige Luft". Die Liegeplätze sind am südlichen
Ende des Ruthenstromes (Krautsander Binnenelbe) vor dem Sperrwerk.
Die Brücke ist fest, mit gelegtem Mast kann man aber weiter
rein.
Bei
kräftigem NW-Wind und ablaufenden Wasser kommt es zu "Wind
gegen Strom" was zu unruhigem liegen führt. Auch läuft
Dampferschwell manchmal sehr heftig ein - gute Fender sind
wichtig. Mit flachen Booten kann man unter die recht hohen
Schlengel geraten - gerade bei Niedrigwasser und Dampferschwell.
Die DLRG sorgt bei Einsätzen und Übungen auch für
Schwell, weil sie mit Vollgas vorbeirast. Klo und warme Duschen
sind vorhanden. Für Einkauf und Kneipe muss man sehr weit
nach Drochtersen - Fahrräder verleit der Hafenmeister, wenn
er da ist.
Glückstadt
(Sielhafen)
Hier
ist es am Wochenende oft voll, da viele Hamburger es zum Ziel
haben. Insbesondere wenn Glückstadt-Regatta oder Matjesfest
ist. Also eher nichts für Ruhesuchende. Allerdings gute
Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie sowie Bahnanschluss für
den Fall, dass Crew nachkommen will. Die rechten Bilder zeigt den
Außenhafen. Der Binnenhafen ist ein Dockhafen. Er liegt
hinter dem Sperrwerk und ist nur um die Hochwasserzeit erreichbar
- nichts wenn man bei Niedrigwasser wieder nach Hause muss. Wenn
die Spültore offen sind, sollte die Tafel mit den 2 weißen
Balken leuchten (um die NW-Zeit). An- oder Ablegen von den recht
engen Boxenplätzen sollte man dann nicht - das geht nur
schief. Wenn das Wasser in der Elbe wieder steigt, schließen
die Tore mit einem lauten Rumms.
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Segelclub Tümmler Oevelgönne von 1923 e.V. - Segeln auf der Unterelbe
Segelclub Tümmler Oevelgönne von 1923 e.V. - Segeln auf der UnterelbeVersammlung
Monatsversammlung am Donnerstag, 02.02.2012 um 20:00 Uhr im Clubhaus des Tennisclub Othmarschen, Othmarscher Kirchenweg 103 in Hamburg. Parkplätze sind vorhanden.
Versammlung
Monatsversammlung am Donnerstag, 01.03.2012 um 20:00 Uhr im Clubhaus des Tennisclub Othmarschen, Othmarscher Kirchenweg 103 in Hamburg. Parkplätze sind vorhanden.
Stiftungsfest 2012
Bitte vormerken: Stiftungsfest am 03.03.2012