Segelclub Tümmler Oevelgönne von 1923 e.V. - Segeln auf der Unterelbe
SCTOe - der freundliche Segelverein an der Unterelbe

Elbsegeln für Schlickrutscher



Die Elbe kann auf verschiedene Weise befahren werden - abhängig von Bootsgröße, Tiefgang sowie Kenntnissen und Interessen der Mannschaft. Diese Beschreibung ist aus der Sicht des ruheliebenden Seglers mit kleinem Boot und variablen Tiefgang verfasst, das in alle Häfen kann. Sie ist bei größerem Tiefgang eher ungeeignet.

Es wird ausschließlich die Meinung des Autors wiedergegeben. Die Beschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; jegliche Haftung wird ausgeschlossen.

Tidenkalender

Ohne ihn geht es eigentlich nicht. Nicht nur für die Frage: "Wann habe ich Schiebestrom?". Sondern auch "Wann komme ich wieder aus dem Hafen?", da viele schöne Häfen trockenfallen.

Segeln gegen den Strom geht, wenn der Wind eher schiebt (achterlicher als halb). Kreuzen gegen den Strom ist mühsam. Da die Elbe aber ihre Richtung wechselt (mehr westlich bis Wedel, dann eher nordwestlich usw.) hat man oft Glück, ein "langes Bein" zu haben und doch ganz gut voran zu kommen. Trotzdem versuchen die meisten Segler "Schiebestrom" oder "mitlaufende Tide" zu haben.


Wind gegen Strom

Diese Situation hat man immer, wenn man mit Schiebestrom kreuzen muss. Leider hat diese Konstellation den Nachteil, dass die Welle deutlich höher und die Periode kürzer ausfällt, als es ohne Strömung der Fall wäre. Ab 4-5 Windstärken wird es auf kleinen Booten schon unangenehm und die Gischt spritz bis nach hinten in die Plicht. Durch die kurze Welle "stampft das Boot sich fest" und man kommt nur noch langsam seinem Ziel näher. Da die Strömung aber nicht über die ganze Flussbreite gleich stark ist, kann man sich etwas ruhigere Teile suchen und z.B. das Fahrwasser meiden.


Großschiffahrt - Dampferschwell

Großschifffahrt fährt im Fahrwasser und hat IMMER Wegerecht. Die Dampfer sind oft schneller als man denkt. Daher sollten Ausweichmanöver rechtzeitig ausgeführt werden. Ausguck unbedingt auch nach hinten halten! Wer aber weiß, wie das Fahrwasser läuft, kann einkalkulieren, dass die Großschifffahrt aus dem vermeidlichen Kollisionskurs abdreht.

Schwell kann kleinen Booten unangenehm bis gefährlich werden. Man sollte genug Abstand zu Tonnen und Ufer haben, wenn der Schwell einen erreicht. Im Zweifel lieber den Motor starten und mit dem Bug dagegen laufen. Im flachen Wasser kann der Schwell sich brechen und wenn man Pech hat, auch ins Boot einsteigen. Daher möglichst nie in Fahrwassernähe trockenfallen bzw. aufsitzen.



Starkwind und Sturm

Starkwindwarnungen sollte man grundsätzlich ernst nehmen. Bei Wetter wie auf dem Bild wird wohl hoffentlich niemand mehr auslaufen. Bei Gewittern entwickelt sich aber manchmal sehr schnell eine ähnliche See durch "Wind gegen Strom". Tipps zu geben ist schwer. Gegebenenfalls würde ich nur mit Sturmfock ablaufen, wenn vorher Anlegen nicht mehr klappt.


Häfen mit Siel

Die Siele dienen der Entwässerung des Hinterlandes und führen das Wasser von Regenfällen in die Elbe ab. Sie sind in vielen Häfen zu finden. Um die Niedrigwasserzeit herum werden sie geöffnet ( manuell oder auch durch den Wasserstandsunterschied Binnen und Elbe). Die Folge: es gibt Strömung im Hafen! Dies kann beim Anlegen zu unangenehmen Überraschungen führen und das Manöver zu einem kleinen Abenteuer werden lassen. Bei den folgenden Hafenbeschreibungen wird es extra erwähnt. Man spricht auch von "Spülen".



Häfen "am Fluss"

Einige Häfen liegen direkt im fließenden Wasser von Nebenflüssen. Hier strömt es ständig, wechselt aber die Strömungsrichtung mit den Gezeiten. Anlegen sollte man hier immer gegen den Strom. Vorleine und Achterspring sollten klar sein. Hilfe von Land ist immer willkommen. Festmachen mit Vor- und Achterspring sowie Vor- und Achterleine, weil der Strom ja die Richtung wechselt. Pinne festbinden, da bei Strom von hinten das Ruder sonst rumschlägt.


Dockhäfen

Diese Häfen sind durch ein (Schleusen)Tor von den Tiden der Elbe getrennt. So hat man im Hafen immer tiefes Wasser und fällt nicht trocken. Das Tor wird ca. 2 Stunden vor Hochwasser geöffnet und zur Hochwasserzeit wieder geschlossen. Also nicht verpassen! Bei Wochenendtörns die elbab führen ist das eher hinderlich, da man gegen Niedrigwasser ankommt und am nächsten Tag auch wieder los muss. Es gibt aber in der Regel einen Warteschlengel "draussen".


Häfen und Ankerplätze

Mühlenberg

Offiziell: Jollenhafen Mühlenberg.

Hier liegen einige Vereinsmitglieder mit ihren Booten. Der Hafen hat einen Ost- und einen Westteil. Vor der Einfahrt läuft starker Querstrom - reinsegeln geht aber, da die Einfahrt recht breit ist. Man muss auf die "Stromluv"-Seite vorhalten. Dampferschwell sorgt für gelegentliche Strömung im Hafen, dann ist Anlegen etwas schwieriger. Die Pinne sollte über Nacht festgebunden werden. Klo und Dusche sind einfach. Abends ist es ruhig, da fast alle nach Hause fahren.

Blankenese





Este

An der Südseite des Mühlenberger Lochs gelegen. Die Einfahrt macht einen wenig schönen Eindruck. Nach passieren der Sietas-Werft wird es aber netter. Eigene Erfahrungen von der Este habe ich nicht. Sie ist einfach "zu Nah" an Mühlenberg.

Hahnöver Nebenelbe

Hier gibt es viele Ankerplätze. Vorzugsweise dicht an der langgestreckten Insel, die aus Schweinesand, Nesssand und Hanskalbsand besteht. Man fällt aber trocken, wenn man dicht ran geht. Bei Niedrigwasser hat man auf dem Ostende manchmal Schwierigkeiten das Fahrwasser zu finden, auch mit flachgehenden Booten. Dann hilft nur warten. Bei Hanskalbsand (Westende) kann man auch auf die Insel. Allerdings ist es hier durch Motorboote oft unruhig.

Neuenschleuse/Borstel (Sielhafen)

Hinter Hanskalbsand an der Hahnöver Nebenelbe gelegen. Der Hafen ist bis auf gelegentliches Gebrumm von Motorbooten (Wasserski) relativ ruhig. Vor der Einfahrt läuft starker Querstrom und Dampferschwell macht das Einlaufen auch nicht einfach. Also möglichst mit viel Fahrt einlaufen, aber drin abbremsen, da der Hafen eng ist. Dies ist auch beim Anlaufen der Boxen zu beachten. Geradeaus von der Einfahrt ist es einfacher und durch das Siel auch etwas tiefer. In den Boxen fällt man trocken. Klo und Duschen im Containerturm - Neubau hinter dem Deich ist in Vorbereitung. Einkaufsmöglichkeit ist weit weg. Kneipe ist näher.

Hamburger Yachthafen (Wedel)

Sehr großer Hafen mit zwei Einfahrten. Auch hier läuft Querstrom. Wegen vieler Boote ist hier am Wochenende auch immer viel Betrieb und Unruhe. Anfang September ist Hafenfest mit "maritimen Flohmarkt". Willkommene Gelegenheit fehlende Ausrüstung preiswert zu ergänzen oder nicht gebrauchtes los zu werden. Einzige Tankstelle auf dem Wasser an der Elbe. Einkaufsmöglichkeiten sind weit, Kneipe ist im Hafen. Für kleine Unterwasserreparaturen gibt es ein Trockenfallgestell. Bei Hochwasser reingefahren hat man bei Niedrigwasser Gelegenheit zu arbeiten. Geht aber nur mit flachen Booten.

Lühe

Auf der Südseite, kurz hinter Wedel. Die Brücke öffnet, soweit ich weiß nur zur vollen Stunde. Letzte Öffnung ist um 18 Uhr (oder war es 19?). Anlegemöglichkeiten "am Fluß", soweit ich erinnere sowohl links als auch rechts relativ dicht hinter der Brücke. Die Strömung sollte man beim Anlegen unbedingt beachten. Man darf nicht im Päckchen liegen, da der Touristendampfer sonst Probleme hat, durchzukommen. Vorn an der Elbe gibt es einen Platz für Wohnmobile, Würstchenbuden und Motorräder. Wie es drinnen ist, weiß ich nicht genau, da es lange her ist, dass ich da war.

Lühesander Nebenelbe





Hetlingen

Neben dem hohen Mast der Hochspannungsleitung im Vorland. Schwell der Elbe läuft rein, sonst ist es recht ruhig. Ich war nur mal zum Kaffeetrinken drin und habe keine Erfahrung.

Haseldorf (Sielhafen)

Anlaufen durch das Dwarsloch oder durch die haseldorfer Binnenelbe. Ein Prikkenweg führt in den trockfallenden Hafen. Vorsicht, der Strom setzt am Anfang und drinnen kurz vor dem Hafen quer zu den Prikken - hier vorhalten, sonst nimmt man die Prikke mit. Wer in die Boxen rechts im Bild will, sollte ALLE Prikken beachten. Die Zufahrt ist erst kurz vor dem am Kopfschlengel liegenden Booten möglich. Nicht schräg versuchen - da hat schon mancher eine Nacht gesessen.

Ruhig ist es in Haseldorf nicht immer, da Motorboot- und Motorradfahrer den Hafen für sich entdeckt haben. Schafe vom Deich wecken auch manchmal früh. Klo und Dusche im Strohdachhaus hinter dem Deich. Kneipe nach etwas Fußmarsch im Dorf, dann rechts. Andere Einkaufsmöglichkeiten sind knapp.


Dwarsloch und haseldorfer Binnenelbe

Hier sind viele geschützte Ankerplätze hinter Inseln und Sandbänken. Für jede Windrichtung findet sich etwas. Allein ist man, besonders am Wochenende, aber nicht. Rasende Motorboote sorgen für Schwell.

Wer bei wenig Wasser von der Elbe ins Dwarsloch fährt, sollte sich dicht vor den Stacks halten und der Biegung folgen, die andere Seite ist flach. In der Binnenelbe an die Prikken halten und die Regel "Außenkurve ist tief, Innenkurve ist flach" beachten. Neulinge sollten die Seekarte benutzen. Mit Kielbooten kann es Probleme geben, da der Grund nicht immer weich genug zum Einsinken ist.

Meine schönsten Lieblingsankerplätze verrate ich aber nicht hier im Internet


Stadersand

Der Anleger in der Elbe ist nur der Berufsschifffahrt vorbehalten. Sportboote müssen ein Stück in die Schwinge fahren, da auch das Anlegen an der Spundwand direkt an der Flussmündung verboten ist. Der Sportboothafen Stadersand liegt gleich hinter dem Sperrwerk "am Fluß". An den Schlengeln oberhalb der Hallen kann man längsseits festmachen. Die Päckchen dürfen aber wegen der Touristendampfer nicht zu breit sein. Es gibt auch Boxenplätze, dort läuft der Strom quer. Kurz nach Niedrigwasser ist die Strömung stark.

Sanitäranlagen sind einfach, Wege nach Stade (zum Einkauf) weit. Am Anleger an der Elbe hat wieder eine Kneipe eröffnet. Die ist aber auch nur mit etwas Fußweg erreichbar.

Schwinge und Stade

Auf den Weg die Schwinge flussauf nach Stade gibt es drei Brücken: Am Sperrwerk, die Werksbahn und die Straßenbrücke. Sperrwerk und Bahnbrücke liegen kurz hintereinander und sind an Wochenenden meist offen. Die Straßenbrücke hat Warteschlengel. An denen ist es aber etwas flach.

Häfen gibt es noch bei Symfonie und einige andere Anlegemöglichkeiten, bis man im stader Stadthafen ist. In Stade liegt man im Päckchen. Es gibt alle Versorgungsmöglichkeiten. Durch die Straße direkt am Hafen und die vielen Boote hat man aber eher wenig Ruhe.



Pagensander Nebelelbe

Die Elbinsel Pagensand hat am Nord- und Südende je einen kleinem roten Leuchtturm. Der nördliche steht am Ende eines langen Leitdammes. Zwischen Turm und Insel sollte man auf keinen Fall durchfahren, auch wenn es verlockend erscheint. An der Nebenelbe liegen der Hafen Kollmar sowie die Mündungen von Pinnau und Krückau. Am Südende der Insel ist ein beliebter Ankerplatz, hier kann man auch an Land. Der Anleger ist aber nur für Behördenfahzeuge. Aber auch weiter nördlich lässt sich ein Platz finden.

Pinnau

Geht bis Pinneberg. Die Sperrwerksbrücke öffnet für Segler. Ein Stück hinter der Einfahrt liegt ein ruhiger Dockhafen mit Warteschlengel. Weiter drin gibt es noch den Ort Hinterdeich - auch sehr ruhig. Dann kommt eine Drehbrücke. Ob und wann die öffnet, weiß ich nicht.

Krückau

Sperrwerk und Dockhafen wie in der Pinnau. Man kann bis Elmshorn segeln, wenn der Wind passt.

Kollmar

Sehr offen und den Schwell der Elbe ausgesetzt, wenn das Wasser hoch genug ist, um über den Pagensand-Leitdamm zu kommen. Stark frequentierter Badestrand in der Nähe. Würstchenbude und Kneipe sind vorhanden. Ob die noch offen ist, weiß ich nicht, in Kollmar lege ich selten an. Auf Gastlieger ist man hier nicht eingerichtet.

Schwarztonnensand

Von Hamburg kommend trennt eine Sandbank die Nebenelbe vom Hauptstrom. Mit einem flachgehenden Boot kommt man bei mittlerem Wasserstand durch, es gibt aber keinen ausgeprikkten Weg. Besser also bei auflaufendem Wasser probieren, da man sonst das Pech haben kann, im Dampferschwell aufzusitzen.

An der Nordseite (beim Ruthenstrom vorbei) ist es leichter. Der Weg verläuft mehr an der Festlandsseite. Es gibt Prikken, die aber nicht alle ganz zuverlässig sind. Ist man an der Inselspitze vorbei, wird es wieder tiefer. Ankern ist hier recht ruhig. Wenn stärkerer Nordwestwind aufkommt, kann es aber unangenehm werden, da dann kein Landschutz gegeben ist.




Ruthenstrom (im Fluss)

Das Anlaufen ist für "Dickschiff-Eigner" angstbesetzt. Hier ist sehr viel Ruhe. Nur Wiesen, Weiden und Kühe. Die machen auch manchmal Lärm und sorgen hin und wieder für "würzige Luft". Die Liegeplätze sind am südlichen Ende des Ruthenstromes (Krautsander Binnenelbe) vor dem Sperrwerk. Die Brücke ist fest, mit gelegtem Mast kann man aber weiter rein.

Bei kräftigem NW-Wind und ablaufenden Wasser kommt es zu "Wind gegen Strom" was zu unruhigem liegen führt. Auch läuft Dampferschwell manchmal sehr heftig ein - gute Fender sind wichtig. Mit flachen Booten kann man unter die recht hohen Schlengel geraten - gerade bei Niedrigwasser und Dampferschwell. Die DLRG sorgt bei Einsätzen und Übungen auch für Schwell, weil sie mit Vollgas vorbeirast. Klo und warme Duschen sind vorhanden. Für Einkauf und Kneipe muss man sehr weit nach Drochtersen - Fahrräder verleit der Hafenmeister, wenn er da ist.

Glückstadt (Sielhafen)

Hier ist es am Wochenende oft voll, da viele Hamburger es zum Ziel haben. Insbesondere wenn Glückstadt-Regatta oder Matjesfest ist. Also eher nichts für Ruhesuchende. Allerdings gute Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie sowie Bahnanschluss für den Fall, dass Crew nachkommen will. Die rechten Bilder zeigt den Außenhafen. Der Binnenhafen ist ein Dockhafen. Er liegt hinter dem Sperrwerk und ist nur um die Hochwasserzeit erreichbar - nichts wenn man bei Niedrigwasser wieder nach Hause muss. Wenn die Spültore offen sind, sollte die Tafel mit den 2 weißen Balken leuchten (um die NW-Zeit). An- oder Ablegen von den recht engen Boxenplätzen sollte man dann nicht - das geht nur schief. Wenn das Wasser in der Elbe wieder steigt, schließen die Tore mit einem lauten Rumms.


Termine

Segelclub Tümmler Oevelgönne von 1923 e.V. - Segeln auf der Unterelbe Versammlung
Monatsversammlung am Donnerstag, 01.02.2018 um 20:00 Uhr im Clubhaus des Tennisclub Othmarschen, Othmarscher Kirchenweg 103 in Hamburg. Parkplätze sind vorhanden.

Versammlung
Monatsversammlung am Donnerstag, 01.03.2018 um 20:00 Uhr im Clubhaus des Tennisclub Othmarschen, Othmarscher Kirchenweg 103 in Hamburg. Parkplätze sind vorhanden.

Stiftungsfest
Abendveranstaltung zum 95jährigen Bestehen des SCTOe am 03.03.2018 im Clubhaus des BSC. Gäste sind herzich willkommen.

Ansegeln in Wedel
Ansegeln mit Regatta in Wedel am 05. Mai 2018. Einladung folgt noch.

Versammlung
Monatsversammlung am Donnerstag, 05.04.2018 um 20:00 Uhr im Clubhaus des Tennisclub Othmarschen, Othmarscher Kirchenweg 103 in Hamburg. Parkplätze sind vorhanden.

www.sctoe.de